Qualität seit 1888

Unsere Mühle

Seit vielen Jahrhunderten wird in unserer Mühle im Kochertal Mehl gemahlen. Seit über 130 Jahren befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Jesser. Getreu dem Motto „Mehl ist die Seele des Korns“ legen wir Wert auf beste Qualität aus der Region für die Region.

Tradition seit 1888

„Müller aus Berufung“

Seit den 50er Jahren hat sich die Mühlenbranche massiv gewandelt. Gab es damals noch ca. 19.000 Mühlen, werden heute nur noch unter 200 aktive Mühlen von den offiziellen Statistiken erfasst. Seit jeher befindet sich die Jesser Mühle in Familienhand und hat es durch mutige, kluge und zukunftsweisende Entscheidungen geschafft, zu einer der führenden Mühlen in der Region zu wachsen.

Kein Wunder, dass für Manfred Jesser die Fortführung des Familienbetriebs essenziell wichtig ist. Für ihn ist Müller nicht nur ein Beruf, sondern seine Berufung: 
„Getreidekörner begeistern uns. Jedes Korn ist ein Wunderwerk der Natur. Sein perfekter Aufbau beinhaltet alles für ein gesundes Lebensmittel. Von der Anlieferung und Lagerung, dem Vermahlen und dem Vertrieb setzen wir unser Können ein. Daraus entsteht „das tägliche Brot“ für viele Menschen.“

 

Unsere Geschichte

Unsere Mühle war mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Durch teils schwerwiegende Entscheidungen des Gründers und der Familie Jesser wurde die Jesser Mühle, trotz der Widrigkeiten, zu einer beachtlichen Mühle mit einer weitreichenden Tradition. 

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1888

Gründung

1888 kam der junge Müller und Landwirt Friedrich Jesser aus Abstatt nach Kochersteinsfeld, wo er
1889 zusammen mit seiner Frau Marie geb. Scheufler aus Gochsen die abgewirtschaftete Mühle käuflich erwarb. In mühevoller Arbeit modernisierte er die Mühle und baute gleichzeitig eine beachtliche Landwirtschaft auf.

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1899

Verheerender Brand

Ein Jahrzehnt später brannten während der Silvester-Andacht die landwirtschaftlichen Gebäude nieder. Das gab wieder Arbeit für die Bauleute.

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1903

Neuer Antrieb

Die drei hölzernen Wasserräder, die als Einzelantrieb der Mahlgänge dienten, wurden durch ein eisernes Wasserrad mit Zentralantrieb ersetzt.

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1919

Hochwasser

Bei dem schweren Hochwasser im März
1919 war das gesamte Anwesen unter Wasser. Unter Lebensgefahr wurde alles Vieh durch die Freiwillige Feuerwehr mit langen Seilen aus dem Wasser gezogen.

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1921

Tod des Firmengründers

Über drei Jahrzehnte nach Gründung der Mühle verstarb unser Firmengründer Friedrich Jesser.

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1922

Neue Geschäftsführung, neue Herausforderungen

Sein einziger Sohn Wilhelm übernahm infolgedessen das Mühlenanwesen. Die Landwirtschaft wurde unter den Töchtern des Firmengründers aufgeteilt.

Schon das erste Jahr war für den neuen Inhaber eine schwere wirtschaftliche Belastung. Der strenge Winter mit großem Eisgang zerstörte einen Teil des historischen Streichwehres aus Eichenholz-Fachwerk und Natursteinrollierung. Die Inflation und ihre Auswirkungen vervollständigten die Katastrophe.

Durch die Heirat mit der Schäferstochter Klara Hilligardt wurde ihm doch große finanzielle und auch materielle Unterstützung zuteil. Es gelang ihm dadurch, die ihm so wertvoll erscheinende Wasserkraftanlage zu erhalten und auszubauen.

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1927

Modernisierung

1927 wurde dann ein modernes Züppinger Wasserrad mit einer Leistung von ca. 25 PS eingebaut. Der erste Walzenstuhl und zwei neue Mahlgänge mit dazugehörigen Sichtmaschinen waren der nächste Schritt zur Modernisierung. Harte familiäre Schicksalsschläge trafen jedoch den gesundheitlichen schwer angeschlagenen Mühlenbesitzer.

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1930

Harte Schicksalsschläge

Wenige Jahre später starb Wilhelm Jessers Ehefrau und hinterließ vier kleine Kinder. Seine zweite Ehefrau verhinderte systematisch die Weiterentwicklung des Betriebes.

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1939

Der 2. WK beginnt

Durch den zweiten Weltkrieg wurde der geplante Mühlenumbau verhindert. Im Krieg und an den Folgen des Krieges verlor der leidgeprüfte Mühlenbesitzer Wilhelm Jesser drei seiner vier Söhne.

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1945

Rückkehr des Sohnes 

Der aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Sohn Robert Jesser entschied sich, trotz schwerer Bedenken, für eine Weiterführung des Mühlenbetriebs.

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1948-1951

Niedergang und Kampf um die Mühle

In den Nachkriegsjahren wurde ein neues Mühlengebäude erstellt.

Die technische Einrichtung wurde 1951 fertig gestellt. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Edelgard geb. Knauss aus Möglingen und übernahm die Leitung des Betriebs.

Trotz wirtschaftlichem Niedergang der Müllerei und staatlich geförderten Mühlenstilllegungen entschied sich der junge Mühlenbesitzer Robert Jesser, auch auf Drängen seiner Frau Edelgard, den Kampf ums müllerische Überleben aufzunehmen. Nur unter größten persönlichen und finanziellen Opfern war es möglich, den technischen Rückstand von 25 Jahren aufzuholen und sich einen Platz unter den Führenden der Branche zu erkämpfen.

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1956-1960

Ausbau & Wachstum 

1956 wurde der erste Getreidesilo in Betonbauweise erstellt. Um den Platz für zukünftige Betriebserweiterungen zu schaffen, wurde 1958 ein separates Wohngebäude erstellt.
1960 wurde der Getreidesilo erweitert und mit einer Getreide-Loseannahme und Getreide-Trocknung versehen.

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1964-1969

Neue Lagerhalle

Durch das stetige Wachstum kam wenige Jahre später dann eine Getreide-Lagerhalle hinzu, die 1969 erweitert wurde. Außerdem musste eine zweite Annahmeeinrichtung geschaffen werden.

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1971

Neue Investitionen

Anfang der 70er zwang die Forderung nach Mehlloseverladung den Betriebsinhaber zu den dafür notwendigen Investitionen.

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1975-1980

Entscheidungen mit Tragweite

1975 stand die Entscheidung über den Ausbau oder Verfall der Wasserkraftanlage ins Haus. Trotz der damals sehr niedrigen Energiepreise entschied sich der risikobewusste Unternehmer, nicht zuletzt auf Drängen seiner Frau, für den Ausbau derselben.
Der rasante Strukturwandel in der Landwirtschaft machte in den folgenden Jahren eine weitere Vergrößerung der Getreideannahmekapazität erforderlich. Deshalb wurden 1980 die alten Annahmeeinrichtungen durch zwei neue leistungsfähigere Anlagen ersetzt.

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1985-1987

Weiter auf Wachstumskurs

1985 wurden die Voraussetzungen für die Erneuerung der Verarbeitungseinrichtungen durch den Bau einer Mehlsiloanlage in Betonbauweise geschaffen.

Mit dem Bau eines Stahl-Rundsilos konnte 1987 die Getreidelagerkapazität wesentlich erweitert werden.

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1988-1991

Neue Geschäftsführung, neue Mühle

1988 war die Zeit gekommen, die Verantwortung und die Leitung des Betriebs in jüngere Hände zu legen. Der Sohn Manfred Jesser und seine Frau Margarethe geb. Labitzke haben durch die Übernahme des Unternehmens ihre Entschlossenheit bekundet, die Familientradition weiterzuführen.

Mit viel Energie und Fachkenntnis hat der junge Unternehmer Manfred Jesser die Vorbereitungen zur vollständigen Erneuerung der Mühleneinrichtung betrieben, so dass zu Beginn des Jahres
1989 nach knapp sechs Wochen Bauzeit die Mühle, mit neuester Technik und Elektronik ausgestattet, in Betrieb gehen konnte.

1991 wurde mit dem Bau einer Siloanlage auf der Kocherinsel die Getreidelagerkapazität weiter erhöht.

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1993-1994

Jahrhunderthochwasser

Am 22. Dezember und gleich darauf am 11. April 1994 wurde das Kochertal von zwei sogenannten „Jahrhunderthochwassern“ überschwemmt. Zum ersten Mal in der Mühlengeschichte überhaupt stand das Wasser nicht nur im Keller und im Hof, sondern stieg bis über die Rampe und stand 10 cm in der Mühle. Beide Hochwasser richteten große Schäden an.

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1996-2000

Neubau & Mühlenladen

1996 erhielt Manfred Jesser den Sonderpreis für Marketing der GENO-Bank.

Das ehemalige Wohngebäude, das als Bürogebäude genutzt wurde, wurde
1998 abgerissen und durch ein neues ersetzt. Diese Chance nutze das Unternehmerpaar Jesser, um einen modernen Mühlenladen einzurichten.

Im Jahr 2000 wurden ein neuer Silo-LKW, vier Mehlverladesilos sowie eine Fahrzeugwaage angeschafft, um die Logistik im Loseversand zu optimieren.

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2001-2009

Investitionen in die Zukunft

2001 erweiterte Manfred Jesser die Siloanlage auf der Insel um zwei weitere Rundsilos, die zu einer Erhöhung der Getreideannahmeleistung beitrugen. 2004 wurde dann ein weiteres Getreidesilo mit einer Lagerkapazität von 1.000 t erstellt.

2006 konnte mit dem Bau einer zweiten Wasserkraftanlage ein großer Teil des Kochers für die Erzeugung von regenerativem Strom genutzt werden.

2007 erfolgte wiederum eine Erhöhung der Lagerkapazität durch ein weiteres Stahlsilo und 2009 wurde die Kleieverladung durch 2 GFK-Silos rationalisiert.

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2010-heute

Erfolgreiche Fortführung der Traditionsmühle

2010 folgte der Neubau einer Getreidetrocknungsanlage. Zwei Jahre später wurden 5 neue Walzenstühle in Betrieb genommen.
2013 wurde die Getreidelagerkapazität erneut um weitere 1200 Tonnen erhöht.

2014 erfolgte die Änderung der Rechtsform von einem Einzelunternehmen zur Jesser-Mühle GmbH & Co KG. Geschäftsführer sind Manfred und Roland Jesser.
Im selben Jahr installierten wir einen Farbsortierer vor dem Vermahlungsprozess und bauten einen neuen Getreidereiniger in der ersten Annahmelinie ein.

2016 folgte die Vergrößerung der Annahmegosse der ersten Linie. Erweiterung der Getreidelagerkapazität um 300 Tonnen. Alle Getreiderundsilos wurden außerdem mit einer Temperaturmessanlage ausgerüstet.
Ein Jahr später entschieden wir uns für einen Teilabbruch der bestehenden Lagerhalle und Neubau von 5 neuen Rundsilos von einer Gesamtkapazität von 3000 Tonnen.